GRÄFE GMBH & Co. KG Treppen + Handlauf Manufaktur
11.02.2026
Die Glaswandtreppe – durchschaubar!
…wie ein schmaler Treppenflur reichlich Raum für eine moderne Treppengestaltung bieten kann…
Es sind oft die schmalen Räume, die nach den größten Ideen verlangen. Als wir dieses Haus im Zuge der Grundsanierung betreten haben, war schnell klar: Der vorhandene Treppenflur durfte nicht länger beengend wirken. Er sollte atmen. Weite zeigen. Modernität ausstrahlen. Und gleichzeitig alle funktionalen Anforderungen eines intensiv genutzten Verkehrsweges erfüllen.
Genau solche Aufgaben lassen mein Handwerkerherz höherschlagen. Wenn Architektur, Statik, Design und Präzision ineinandergreifen müssen, beginnt für uns die richtig spannende Arbeit.
Die Vision wird geboren
Die alte Situation war geprägt von Trennung. Eine wuchtige Verkleidung mit Tür grenzte die Kellertreppe vom Hauptflur ab und nahm dem Raum jede Großzügigkeit. Also haben wir diese Grenze kurzerhand nach unten verlegt – in die Kellerebene – und uns oben die Freiheit geschaffen, völlig neu zu denken. Mehr Sicht. Mehr Licht. Mehr Raumgefühl.
Mit diesem Schritt entstand die Vision einer offenen, klaren und zugleich hochmodernen Treppenanlage, die den Flur nicht verstellt, sondern ihn größer wirken lässt.
Die Herausforderung
Natürlich bringt ein Altbau seine festen Spielregeln mit. Man kann nicht beliebig Strukturen verändern, aber man kann intelligent optimieren. Durch eine behutsame Erweiterung der Deckenöffnung konnten wir die Auftritte verlängern und damit den Gehkomfort deutlich verbessern. Keine Revolution – aber in Summe ein spürbarer Unterschied bei jedem Schritt.
Parallel musste die Kellertreppe als „kleiner Bruder“ der Haupttreppe formal dazugehören, jedoch mit geschlossenen Tritt- und Setzstufen ausgeführt werden. Einheit im Auftritt, angepasst an die Funktion – genau diese Balance ist entscheidend.
Die Details
Die Abgrenzung der Öffnungen sollte maximal filigran erscheinen. Tragende Elemente wollten wir sehen – oder besser gesagt: eben nicht sehen. Damit war klar, dass auf der Innenseite nur Glas in Frage kommt.
Im Erdgeschoss spannt eine 21 mm starke, dreiteilige Sicherheitsglasscheibe raumtrennend zwischen Boden- und Deckenprofil. Im Dachgeschoss führt eine konsequent reduzierte Ganzglasgalerie diese Gestaltung weiter.
Die Stufen selbst werden Schritt für Schritt in diese Glaswand eingespannt. Alles, was üblicherweise an Haltern sichtbar wäre, haben wir mit einer Stufenblende bewusst zurückgenommen. So scheint das seidenmatt lackierte Wengenholz optisch durch das Glas zu ragen – leicht, präzise, fast schwebend.
Auf der Wandseite ließ die Bausituation keine direkte Befestigung zu. Also sind wir unseren eigenen Weg gegangen: eine Stahlwange mit Laschen, an denen die Stufen verdeckt montiert werden. Der Anschluss wurde flächenbündig in den Trockenbau integriert. Die weiß pulverbeschichtete Oberfläche lässt Konstruktion und Architektur miteinander verschmelzen.
Für Sicherheit sorgen flache Rechteck-Wandhandläufe – ebenfalls in Wenge. Getragen von einer geschliffenen Edelstahlunterkonstruktion mit klarer, kantiger Formensprache. Technisch notwendig, gestalterisch präzise inszeniert.
Angenehmer Nebeneffekt
Was mich besonders begeistert: Der Flur wirkt heute deutlich breiter, heller und hochwertiger. Das Glas nimmt die Masse, das Holz bringt Wärme, der Stahl liefert Präzision. Jeder, der den Raum betritt, spürt sofort diese neue Großzügigkeit.
Genau das passiert, wenn viele kleine, durchdachte Entscheidungen zusammenkommen.
Mein Fazit
Dieses Projekt zeigt wieder einmal, wie viel Potenzial selbst in vermeintlich engen Situationen steckt. Man braucht eine klare Idee, Mut zu Lösungen außerhalb des Standards – und ein Team, das weiß, wie man sie technisch sauber umsetzt.
Vom ersten Blick bis ins kleinste Detail: Hier steckt Leidenschaft drin. Und genau dafür stehen wir als Manufaktur.
zum Abschluss....
Vielen Dank, dass du dir meine Lösung angeschaut und den Beitrag gelesen hast. Lass uns gern kennenlernen. Ich unterstütze dich gern bei deinem eigenen Treppen-, Geländer- oder Handlaufprojekt mit den vielfältigsten Möglichkeiten unserer eigenen Fertigung in Holz, Glas und Stahl.
ein Bericht aus dem Projektblog von Danny Gräfe - weitere Infos: www.graefe.eu