GRÄFE GMBH & Co. KG Treppen + Handlauf Manufaktur
29.07.2026



(K)ein Geländer?! Raum statt Barriere.
...wie aus notwendigen Absturzsicherungen Geländer entstehen, die Architektur nicht nur ergänzen, sondern fast verschwinden lassen...

Es gibt Projekte, bei denen das eigentliche Ziel nicht darin besteht, etwas zu gestalten – sondern möglichst wenig davon zu sehen. Genau vor dieser Aufgabe standen wir bei einem Bauvorhaben in Moritzburg. Für die bestehende Granittreppe war eine Absturzsicherung zwingend erforderlich. Gleichzeitig sollte das neue Geländer die offene Architektur und insbesondere den Blick in die Bibliothek im Obergeschoss nicht beeinträchtigen.
Die Lösung: Ein Ganzglasgeländer mit einem nussbaumfarbenen Handlauf – sicher, hochwertig und dennoch beinahe unsichtbar.
 
Die Herausforderung
Gerade im Bestand gibt es keine zweite Chance. Neue Bauteile müssen sich harmonisch in vorhandene Materialien, Proportionen und Architektur einfügen.
Unser Ziel war deshalb klar definiert:
maximale Transparenz,
möglichst geringe optische Präsenz,
perfekte Integration in die bestehende Granittreppe.
 
Ein Geländer sollte vorhanden sein – aber nicht als solches wahrgenommen werden.
denzent wirkendes Ganzglasgeländer der Haupttreppe     Bildquelle: GRÄFE
denzent wirkendes Ganzglasgeländer der Haupttreppe     Bildquelle: GRÄFE
Architektur als Vorbild
Damit sich das Geländer selbstverständlich in die Umgebung einfügt, haben wir die charakteristischen Rundbögen der Fenster aufgegriffen. Der geschwungene Antritt des Ganzglases übernimmt diese Form und lässt das Geländersystem beinahe wie einen "natürlichen Bestandteil der Architektur erscheinen.
Nichts wirkt aufgesetzt. Stattdessen entsteht ein fließender Übergang zwischen Bestand und neuer Konstruktion.
Den gestalterischen Abschluss bildet ein nussbaumfarbener Handlauf. Er sorgt nicht nur für einen sicheren Griff, sondern verbindet das Geländer später auch optisch mit dem Material der Bibliothek im Obergeschoss.
 
Präzision bis ins Detail
Bei historischen oder bestehenden Treppen gleicht kaum eine Situation der anderen. Die vorhandene Granitverkleidung erforderte deshalb eine individuelle Befestigungslösung.
Zum Einsatz kamen Punktglashalter mit eigens gefertigten Distanzstücken. Dadurch konnten wir den Abstand jeder einzelnen Halterung exakt auf die vorhandene Granitoberfläche abstimmen.
Das Ergebnis: Das Glas sitzt so nah wie möglich an der Treppe, bleibt dabei jedoch weit genug entfernt, um auch später eine problemlose Reinigung zu ermöglichen. Genau diese wenigen Millimeter entscheiden oft über die Qualität und den Wohlfühlfaktor einer solchen Ausführung.
Ganzglasgeländer mit Punkthaltern an Treppe und Brüstung    Bildquelle: GRÄFE
Ganzglasgeländer mit Punkthaltern an Treppe und Brüstung    Bildquelle: GRÄFE
Wenn der Bestand die Lösung vorgibt
Besonders spannend wurde es im Austrittsbereich des Obergeschosses. Da nicht eindeutig bekannt war, wie der bestehende Fußboden aufgebaut ist, kam eine klassische Bodenmontage des Glases nicht in Frage. Deshalb entwickelten wir eine seitliche Befestigung der Brüstung mit Punktglashaltern im ursprünglichen Mauerwerksbereich.
Die Glasscheiben reichen dabei weit nach unten. Damit der Blick nicht auf das dahinterliegende Bestandsmauerwerk fällt, erhielt der untere Bereich eine spezielle Folierung. So bleibt der Brüstungsbereich blickdicht, während oberhalb weiterhin die gewünschte Transparenz erhalten bleibt. Auch die Glasscheiben selbst wurden individuell an den Treppenverlauf angepasst und stufenweise traversiert. Dadurch entsteht ein sauberer und harmonischer Übergang zwischen Treppe und Brüstung.

Warum Nussbaumfarbig?
Die Wahl des Handlaufes war keineswegs zufällig. Direkt hinter dem Geländer befindet sich die Bibliothek des Hauses. Mit seiner nussbaumfarbenen Oberfläche verschmilzt der Handlauf nahezu mit dem dortigen Mobiliar. Statt einen gestalterischen Kontrast zu bilden, wird er Teil der Einrichtung. Genau dadurch tritt das Geländer optisch in den Hintergrund und lässt den Raum seine Wirkung entfalten.
 
Ein Geländer, das keines sein möchte
Während der Planung wurde intensiv diskutiert, ob an dieser Stelle überhaupt ein Geländer notwendig sei. Die Antwort war eindeutig: Ja! Die Absturzsicherung ist unverzichtbar. Die eigentliche Frage lautete deshalb nicht ob, sondern wie.
Ein massives Geländer hätte die Offenheit des Raumes zerstört. Das Ganzglasgeländer hingegen erfüllt alle sicherheitstechnischen Anforderungen und bleibt dabei nahezu unsichtbar. Es schützt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Genau darin liegt seine größte Stärke.
das Geländer fügt sich in die Raumwirkung der Bibliothek kaum sichtbar ein     Bildquelle: GRÄFE
das Geländer fügt sich in die Raumwirkung der Bibliothek kaum sichtbar ein     Bildquelle: GRÄFE
Fazit
Manchmal ist die beste Lösung diejenige, die sich nahezu unsichtbar in ihre Umgebung integriert. Mit dem transparenten Ganzglasgeländer, den individuell angepassten Punktglashaltern, der maßgeschneiderten Folierung und dem nussbaumfarbenen Handlauf ist eine Lösung entstanden, die Sicherheit, Funktion und Architektur in Einklang bringt.
So bleibt der freie Blick erhalten, die Bibliothek wirkt weiterhin als gestalterischer Mittelpunkt – und dennoch erfüllt das Geländer zuverlässig seine Aufgabe.
 
Zum Abschluss
Jedes Bestandsgebäude stellt uns vor neue Herausforderungen. Genau das macht solche Projekte so spannend. Mit Erfahrung, handwerklicher Präzision und viel Liebe zum Detail entwickeln wir individuelle Lösungen, die sich harmonisch in bestehende Architektur einfügen – technisch durchdacht und gestalterisch überzeugend. Wenn auch Sie eine Treppe oder ein Geländer planen, das sich perfekt in Ihr Zuhause integrieren soll, sprechen Sie uns gerne an. Gemeinsam finden wir eine Lösung, die nicht nur sicher ist, sondern sich anfühlt, als wäre sie schon immer Teil des Hauses gewesen.

Vielen Dank, dass du meinen Beitrag gelesen hast. Lass uns gern kennenlernen. Ich unterstütze dich gern bei deinem eigenen Treppen-, Geländer- oder Handlaufprojekt mit den vielfältigsten Möglichkeiten unserer eigenen Fertigung in Holz, Glas und Stahl.

ein Bericht aus dem Projektblog von Danny Gräfe - weitere Infos: www.graefe.eu

weitere interessante Blogbeiträge