GRÄFE GMBH & Co. KG Treppen + Handlauf Manufaktur
07.10.2026
Asteiche ist wunderschön. Sie lebt von ihren Ästen, ihrer lebendigen Maserung und ihrem natürlichen Farbspiel. Kein Brett gleicht dem anderen. Genau das macht den besonderen Charakter dieses Holzes aus – und genau das macht es gleichzeitig so spannend, wenn eine Treppe perfekt zu einem bereits geplanten oder verlegten Fußboden passen soll.
Denn Asteiche ist nicht gleich Asteiche. Selbst wenn Holzart, Farbe und Sortierung grundsätzlich übereinstimmen, können Astbild, Maserungsverlauf und Farbnuancen von Diele zu Diele unterschiedlich sein. Für uns war deshalb bei diesem Projekt schnell klar: Wenn wir ein wirklich stimmiges Ergebnis erreichen wollen, sollten wir nicht versuchen, ein möglichst ähnliches Holz zu finden. Wir sollten das gleiche Holz verwenden. Und genau das haben wir getan.
Die Vision wird geboren
Das aktuelle Projekt bietet allerdings eine besonders schöne Gelegenheit, einmal genauer zu zeigen, was dahintersteckt. Denn hier kommen gleich mehrere Treppenanlagen zusammen: zwei Treppenbelegungen auf Stahlbeton und zusätzlich eine komplette Haupttreppe. Damit entsteht eine größere Menge an Treppenbauteilen – und damit auch ein sehr anschauliches Beispiel dafür, was möglich wird, wenn Fußboden und Treppe von Anfang an gemeinsam gedacht werden.
Damit arbeiten Maik und wir tatsächlich mit demselben Ausgangsmaterial. Der Unterschied liegt lediglich darin, was anschließend daraus entsteht. Maik erhält von MAFI das bereits veredelte Halbfertigprodukt und verarbeitet daraus den fertigen Fußboden beim Kunden. Wir hingegen bekommen die Decks als Rohmaterial und übernehmen damit einen völlig anderen Fertigungsschritt.
Wir beginnen also mit demselben Rohmaterial, das auch beim Parketthersteller zum Einsatz kommt, und entwickeln daraus unsere eigene Lösung für den Treppenbau. Wir versuchen nicht, das Parkett nachzubauen. Wir verwenden das Rohmaterial aus derselben Charge und machen daraus etwas völlig Eigenständiges – eine belastbare Treppe.
Eine Treppe muss ganz andere Anforderungen erfüllen. Sie muss dauerhaft belastbar sein, stabil bleiben und die Kräfte aufnehmen können, die bei einer täglichen Nutzung entstehen. Und hier beginnt die eigentliche handwerkliche Herausforderung.
Wir bauen aus der dünnen Asteichen-Decklage einen vollkommen anders dimensionierten Treppenaufbau. Als Kern setzen wir Multiplex ein. Die MAFI-Asteichenlage wird beidseitig aufgebracht, sodass ein stabiler und möglichst verzugsfreier Aufbau entsteht. Auch die Kanten werden entsprechend ausgeführt. Hier arbeiten wir mit Massivanleimern aus dem passenden Asteichenmaterial.
So entsteht ein Bauteil, das konstruktiv alle Anforderungen an eine Treppe erfüllt und gleichzeitig das Materialbild des späteren Fußbodens aufnimmt. Aus dem Rohmaterial des Parkettherstellers wird bei uns ein Treppenbauteil.
Genau dieser Punkt macht dieses Projekt für uns so interessant.
Mehr Aufwand? Natürlich! Man könnte jetzt sagen: Warum macht ihr es euch eigentlich so kompliziert? Die Antwort ist ganz einfach: Weil wir es können. Und weil wir es für den Kunden wollen.
Natürlich wäre es wesentlich einfacher, irgendeine passende Asteiche zu bestellen und daraus die Treppe zu fertigen. Aber wir würden damit immer ein Risiko eingehen. Denn auch bei gleicher Holzart können Farbe, Maserung, Astbild und Struktur unterschiedlich ausfallen.
Wenn wir dagegen das Material aus derselben Charge verwenden, aus der auch das Parkett gefertigt wird, schaffen wir eine ganz andere Ausgangssituation. Für uns bedeutet das allerdings deutlich mehr Arbeit. Das Rohmaterial muss verarbeitet, konstruktiv aufgebaut, angepasst und anschließend wieder oberflächlich so veredelt werden, dass es zum fertigen Parkett passt.
Genau diesen Mehraufwand nehmen wir als Manufaktur gerne in Kauf. Denn unser Anspruch lautet nicht: „Das sieht ähnlich aus.“ Unser Anspruch lautet: „Das gehört zusammen.“
Deshalb verwenden wir für die Bearbeitung der Äste den entsprechenden originalen MAFI-Holzkitt. Je nach Ausführung des Parketts kommen dabei unterschiedliche Farbtöne zum Einsatz. Dadurch können wir die charakteristische Optik der Asteiche so aufgreifen, wie sie auch beim Parkett vom Kunden gewünscht wurde. Damit wird aus der zunächst rohen Decklage Schritt für Schritt ein Bauteil, das sich optisch immer stärker an den fertigen Fußboden annähert.
MAFI bietet unterschiedliche Intensitäten bei der Bürstung seiner Dielen an. Deshalb übertragen wir diese Oberflächenstruktur auch auf unsere Treppenbauteile. Mit unseren Bürstmaschinen bearbeiten wir die Asteiche entsprechend, sodass Struktur und Rauigkeit der Treppe möglichst genau mit dem späteren Fußboden harmonieren.
So wird aus dem gleichen Rohmaterial auch die gleiche Oberflächenwirkung. Wieder ein Schritt in Richtung Perfect Match.
Damit schließen wir den Kreis. Wir haben das Rohmaterial aus derselben Charge verwendet, daraus unsere eigenen statisch belastbaren Treppenbauteile gefertigt, die Oberfläche entsprechend bearbeitet und greifen anschließend auch bei der Ölbehandlung auf das gleiche System zurück.
Damit treffen am Ende nicht nur zwei ähnliche Hölzer aufeinander. Es treffen dasselbe Ausgangsmaterial, dieselbe Farbwelt, eine abgestimmte Struktur und eine passende Oberflächenbehandlung aufeinander. Genau so entsteht ein echtes Perfect Match.
Wenn aus dem Fußboden die Treppe wird
Das Holzbild des Fußbodens setzt sich in der Treppe fort. Die Asteiche bleibt in ihrer Charakteristik erhalten. Die Oberfläche fühlt sich vertraut an und die Farbwirkung passt zum bereits verlegten Boden. Die Treppe fügt sich dadurch nicht einfach ein. Sie gehört dazu.
Und genau das ist letztlich das Ziel.
Manufaktur bedeutet für uns: mehr machen, wenn mehr möglich ist
Und dieses Projekt zeigt sehr schön, was entstehen kann, wenn mehrere Spezialisten ihre Kompetenzen miteinander verbinden. MAFI liefert das Material und sorgt dafür, dass wir die Decks aus derselben Charge wie das Parkett erhalten. Maik Hähnel von r-o-boden.de bringt dieses Material als Fußboden beim Kunden zur Fläche. Und wir verwandeln dasselbe Rohmaterial in belastbare und individuell gefertigte Treppenbauteile. Jeder macht das, was er am besten kann. Und zusammen entsteht daraus etwas, das als Ganzes funktioniert und wunderbar miteinander harmoniert.
Aber genau das möchten wir uns für einen späteren Beitrag aufheben. Wenn die komplette Treppenanlage fertiggestellt ist, werden wir euch natürlich auch das fertige Zusammenspiel aus Asteiche, Treppe und Designgeländer zeigen. Dann gibt es den nächsten Blick auf dieses Projekt.
Wir verwenden Asteichen-Decks aus derselben Charge, aus der MAFI auch die Parkettdielen für unseren Kunden fertigt. Maik verarbeitet daraus das veredelte Halbprodukt zum Fußboden. Wir bekommen parallel dazu das Rohmaterial und entwickeln daraus unsere Treppenbauteile.
Der Weg dorthin ist aufwendiger. Aber genau diesen Aufwand nehmen wir gerne in Kauf. Denn am Ende zählt das Ergebnis. Und wenn Fußboden und Treppe so miteinander verschmelzen, dass man nicht das Gefühl hat, zwei unterschiedliche Bauteile vor sich zu haben, sondern ein durchgängiges Materialkonzept, dann ist genau das erreicht, was wir uns vorgenommen haben.
Zum Abschluss
Ein solches Projekt funktioniert nur mit starken Partnern und einer gemeinsamen Vorstellung davon, was am Ende entstehen soll. Unser Dank geht deshalb an Maik Hähnel von r-o-boden.de für die inzwischen mehrfach bewährte Zusammenarbeit und natürlich an MAFI, die uns auch bei diesem Projekt die Decks aus derselben Materialcharge wie das Kundenparkett zur Verfügung stellen.
Die Geschichte dieser Treppe ist damit noch lange nicht zu Ende. Denn wenn Holz und Metall später zusammenkommen, bekommt das Projekt noch einmal eine ganz andere Handschrift.
Das mattschwarz pulverbeschichtete Designgeländer bekommt deshalb seinen eigenen Auftritt – sobald die komplette Treppenanlage fertig ist.
Bis dahin bleibt nur eines zu sagen: ASTTEICHE AstREIN!
Vielen Dank, dass du meinen Beitrag gelesen hast. Lass uns gern kennenlernen. Ich unterstütze dich gern bei deinem eigenen Treppen-, Geländer- oder Handlaufprojekt mit den vielfältigsten Möglichkeiten unserer eigenen Fertigung in Holz, Glas und Stahl.
ein Bericht aus dem Projektblog von Danny Gräfe - weitere Infos: www.graefe.eu